Das Klima draußen ist euer billigster Energielieferant.
CarbonActive ERG-Lüftung mit Gegenstrom-Wärmetauscher und Bypass-Klappe. Geliefert und integriert von Cultivatec aus Berlin.
CarbonActive ERG-Lüftung mit Gegenstrom-Wärmetauscher und Bypass-Klappe. Geliefert und integriert von Cultivatec aus Berlin.
Im Sommer ist die Frage nicht, wie man Wärme zurückgewinnt, sondern wie man Kühllast gar nicht erst entstehen lässt. Genau das leistet der Gegenstrom-Tauscher: Die kühle Abluft aus dem Raum kühlt die warme Außenluft vor, bevor sie in den Raum gelangt. Die Kälteleistung muss nur noch den Rest übernehmen — sie läuft kleiner, seltener und günstiger.
Entfeuchtet wird über die Luftmenge, nicht über Kondensat. Feuchte, warme Raumluft geht hinaus, trockenere Luft kommt nach: Außenluft mit 8 °C und 100 % rF hat auf 24 °C erwärmt nur noch rund 36 % rF. Solange die Außenluft trocken genug ist, entfeuchtet der Luftwechsel allein — ohne Kondensat, ohne Nachheizen.
Ab- und Zuluft laufen dabei in getrennten Kanälen aneinander vorbei; nur Wärme wandert durch die Platten, die Luftströme vermischen sich nie. Eine stufenlose Bypass-Klappe entscheidet, wann sich der Tauscher lohnt: bei Wärmebedarf läuft alles über das Paket, bei passender Außenluft wird es umgangen. Im Winter ist derselbe Tauscher Wärmerückgewinnung.
VPD steht für Vapor Pressure Deficit, das Sättigungsdefizit — es beschreibt, wie stark die Luft der Pflanze Wasser entzieht. VPD-Stabilität bedeutet konstante Transpiration, konstante Nährstoff-Versorgung und damit konstantes Wachstum. Schon Schwankungen über 0,4 kPa kosten bis zu 20 % Ertrag.
Ein zu hoher VPD lässt die Pflanze Abscisinsäure ausschütten, die Stomata schließen, die CO₂-Aufnahme stoppt. Ein zu niedriger VPD lässt die Transpiration versiegen — der Nährstoff-Sog bricht ab, Calcium-Mangel und Schimmel-Risiko folgen. Das Optimal-Fenster liegt vegetativ bei 0,8–1,2 kPa, in der Blüte bei 1,2–1,5 kPa.
Entscheidend ist: Derselbe VPD lässt sich bei verschiedenen Temperaturen erreichen. Für die Pflanze fühlt sich 22 °C / 58 % rF identisch an wie 28 °C / 71 % rF. Höhere Temperaturen sind kein Problem, solange die Feuchtigkeit mitgeführt wird — deshalb regelt das ERG-System auf den VPD, nicht nur auf die Temperatur.
„Ein schwankender VPD ist, als würde man dich nachts alle fünf Minuten wecken und morgens fragen, ob du gut geschlafen hast."
Das Optimal-Fenster des ERG-Systems liegt bei 0–20 °C Außentemperatur. In Berlin liegt das Tagesmittel rund 8 Monate im Jahr in genau diesem Bereich — die Außenluft trägt Wärme und Feuchte dann ohne aktive Kühlung oder Entfeuchtung ab.
Der Clou: Im Sommer ist die relative Außen-Feuchtigkeit in Berlin am niedrigsten (~50 %) — also gerade dann am trockensten, wenn am meisten gekühlt werden muss. Nur wenige Spitzentage im Hochsommer brauchen eine aktive Erweiterung. Mitteleuropa ist für dieses System keine Einschränkung, sondern der Heimvorteil.